Handballvereine schaffen neue Perspektiven für Mädchen
Die ESG Handball und der VfL Langerwehe kooperieren im Nachwuchsbereich: Die E-Juniorinnen treten künftig als „JSG Indehandball“ an. Ziel ist es, den Mädchen auch in höheren Altersklassen wohnortnahen Handball zu ermöglichen.
Handball boomt seit Jahren bei der Eschweiler Sportgemeinschaft (ESG). Die Mitgliederzahlen der Jugendabteilung steigen stark - hauptsächlich bei den Jungen. Von den Minis bis zur D-Jugend gehen gemischte Mannschaften mit vielen Jungen und einigen Mädchen an den Start. Ab der C-Jugend wird nach Geschlechtern getrennt. Reine Mädchenmannschaften zu bilden, scheitert oft an fehlenden Spielerinnen. Um Mädchen nach der D-Jugend nicht an andere Sportarten oder Vereine zu verlieren, setzt die ESG nun auf eine Kooperation.
Die Kontakte von Jugendtrainer Engin Kivircik als Jugendwart im Handballkreis Aachen/Düren zu Helmar von Fritsch, Jugendwart der Handballabteilung des VfL 63 Langerwehe, sowie Abteilungsleiter Thorsten Eichberg führten schnell zu Gesprächen. "Wir haben beim VfL in Sachen Jugendhandball in 2022 einen Neustart unternommen und bauen seitdem eine Jugendabteilung von unten wieder auf", sagt Eichberg. "Deshalb kam uns die Anfrage von Seiten der ESG sehr gelegen", so der Abteilungsleiter.
Seit den Osterferien läuft die Kooperation zwischen der ESG und dem VfL unter dem Namen "JSG Indehandball". Mit Erfolg: Im Rahmen der Sommerrunde gelang ein 6:4-Erfolg über den TV Birkesdorf, nachdem sich die JSG-lerinnen zuvor gegen den TV Weiden II (7:8) und den BTB Aachen (13:14) sehr achtbar geschlagen hatten.
Noch wichtiger ist die Tatsache, dass seit dem Start der Kooperation fünf Mädchen hinzugekommen sind. "Die ersten Wochen des Projekts zeigen, dass es funktionieren kann. Ich denke, wir sind noch am Anfang des Weges, aber die Richtung stimmt", sagt Kivircik hoffnungsvoll - im Bewusstsein, dass die Zeit bis zu den Osterferien 2027 drängt. "Unsere 5 oder 6 Mädchen des Jahrgangs 2014 bereiten uns noch Bauchschmerzen", so Kivircik. Denn für die 2014er geht es in 10 Monaten in den C-Juniorinnenbereich. "Wir brauchen also noch die eine oder andere neue Handballerin", sagt Kivircik.
Die Zusammenarbeit mit dem VfL Langerwehe könnte dafür ein Anstoß sein. Zum Wohle beider Vereine. "Es gilt, den Mädchen eine Perspektive zu bieten, über das D-Juniorinnenalter hinaus ihrem Hobby nachgehen und eine echte Verbindung zu ihrem Heimatverein aufbauen zu können", betonen Kivircik und Eichberg übereinstimmend. Mit Hilfe einer Kooperation auf Zeit, nach deren Ende die guten Beziehungen zwischen der ESG und dem VfL noch besser geworden sind.